Begriffserklärung zum Warenterminhandel


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Ausführliche Erläuterungen der Markt-Terminologie in deutsch und anderen Sprachen bietet das Center for Futures Education (auf der dortigen Seite im oberen Menü zu finden, unter "Glossaries" und dann "Futures").

Arbitrage: Risikolose Gewinnmöglichkeit aufgrund von zeitlichen oder räumlichen Preisdifferenzen; Arbitrageure betreiben Arbitragegeschäfte zwischen Börsenplätzen, Erfüllungszeitpunkten und Kassa/Futuresmärkten.

Basis: (Kursunterschied) Differenz zwischen dem Terminpreis eines bestimmten Futureskontraktes und dem aktuellen Kassamarktpreis. Die Basis wird bis zum Erfüllungszeitraum immer kleiner, da sich beide Preise einander annähern. Basis zum Zeitpunkt der Erfüllung (siehe Maturity Basis).

Broker: (Börsenmakler) Ein Mittelsmann, der gegen Provision Börsentransaktionen für Kunden ausführt. Der Handel an Warenterminbörsen ist nur über zugelassene Broker möglich.

bushel: britisches/amerikanisches Hohlmaß, (Abk. bu), 1 bushel Weizen, Kartoffeln, = 27,216 kg = 60 lbs (vgl. lbs), 1 bushel Raps = 22,7 kg = 50 lbs.

Buyers Option: Gibt dem Käufer das Recht, bei tatsächlicher Erfüllung des Kontraktes unter den möglichen Lieferorten, den genauen Liefertermin innerhalb eines Lieferzeitraums und die Qualität zu wählen.

CAD: Canadian Dollar, kanadische Währung.

Carrying charges: (Finanzierungskosten) Die Kosten, die zur Haltung einer Ware erforderlich sind, wie Zinsen für die Investition, Versicherung, Lagerkosten und andere Nebenausgaben. Die Finanzierungskosten spiegeln sich in der Kursdifferenz zwischen verschiedenen Futures-Kontraktmonaten wider.

c/bu: cents pro bushel.

CBoT: (auch CBT) Chicago Board of Trade. Die CBoT ist die älteste und größte Warenterminbörse für Agrarprodukte der Welt. Sie ist hauptsächlich für ihre Terminkontrakte für Getreide, Gold und Treasury-Bonds sowie Optionen und T-Bond-Futures bekannt. 2007 fusionieten die CME und die CBoT zur CME-Group.

Clearingstelle: (Clearinghouse, Verrechnungsstelle) Institution; die für alle Transaktionen an der Börse wie z.B. Bezahlung der Margin, Ausrufen der Margin Calls, Verwaltung der Kontraktkäufe und -verkäufe zuständig ist. Die Clearingstelle ist somit für die Abwicklung der täglichen Geschäfte an den Warenterminbörsen verantwortlich. Es tritt sowohl für Käufer, als auch für Verkäufer als Marktpartner auf und garantiert die Erfüllung von jedem der gehandelten Kontrakte. Die Clearingstelle wird auch oft als Clearing Bank bezeichnet.

Close Price (Cls): (Schlusspreis) Preis der zuletzt getätigten Order eines Warenterminbörsentages. Dient im Unterschied zum Settlement Price lediglich zur Preisnotierung.

CME: Chicago Mercantile Exchange; 2007 fusionierte die CBoT und die CME zur CME Group.

Commodity: Rohstoffe, Güter.

EUR: Euro.

Euronext: Zusammenschluss europäischer Börsenplätze, der 2007 mit der New York Stock Exchange (NYSE Group) fusionierte.

Futures: Terminkontrakte (standardisierter Vertrag), bei der sich ein Marktteilnehmer verpflichtet, zu einem bestimmten, zukünftigen Termin eine bestimmte Art und Menge eines Gutes zu kaufen oder verkaufen; Futures werden an Terminbörsen gehandelt. An Warenterminbörsen werden Futures gehandelt, denen Waren (commodities) zugrunde liegen.

GBP: Great Britain Pound, englische Währung Pfund Sterling.

Geldkurs: (Bid) Bei Kontraktkursnotierung bedeutet „Geld (G), dass bei diesem Kurs zwar Kaufnachfrage, jedoch kein Angebot vorlag.

Glattstellung: (Offset) Gegengeschäft, also Verkauf/Kauf eines zuvor gekauften/verkauften Kontraktes. Durch Glattstellung wird die Verpflichtung zur Lieferung bzw. Annahme der Ware (Kaufkontrakt) aufgehoben (glattgestellt).

Hedger: (to hedge (engl.) = absichern). Personen, die Terminkontrakte kaufen oder verkaufen, um sich gegen zukünftige Preisrisiken im Kassageschäft abzusichern. Beim Hedgegeschäft sollen Verluste am Kassamarkt durch Gewinne am Terminmarkt ausgeglichen werden und umgekehrt. Voraussetzung dafür ist, dass Kassa- und Terminkurse möglichst parallel verlaufen.

Long hedge: Absicherung (Reduzierung des Risikos) durch Kauf eines Kontraktes. Bei einer bestehenden physischen Lieferverpflichtung wird durch den Kauf der Ware oder eines entsprechenden Futureskontraktes dem Risiko einer Preisänderung entgegengewirkt.

Short hedge: Absicherung (Reduzierung des Risikos) durch den Verkauf eines Kontraktes. Bei einer bestehenden physischen Abnahmeverpflichtung wird durch den Verkauf der Ware oder eines entsprechenden Futureskontraktes dem Risiko einer Preisänderung entgegengewirkt.

ICE Intercontinental Exchange: Seit 2005 ist die ICE an der NYSE notiert. Die ICE ist untergliedert in ICE Futures U.S. und ICE Futures Kanada.

Kontrakt: (Vertrag) Rechtlich bindende Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien mit einem bestimmten Vertragsinhalt. An den Terminmärkten enthalten die Kontrakte Angaben über Laufzeit, Menge und Qualität des Basiswertes. (siehe Futures).

Kassageschäft: Handelsabschluss zwischen zwei Parteien, z.B. Landwirt und Landhändler, bei dem Geschäftsabschluss und Erfüllung zeitnah beieinander liegen (Erfüllungsfrist). Im Gegensatz zum Terminmarkt sind Geschäfte am Kassamarkt auf effektive Erfüllung ausgerichtet. Die physische Ware wechselt tatsächlich den Besitzer zum festgelegten Preis (Kassakurs).

Lbs: libras.

LIFFE (LIF): London International Financial Futures and Options Exchange; britischer Börsenplatz für Termingeschäfte, gleichzeitig der bedeutendste in Europa, seit 2002 zur Euronext gehörend.

Libra, libras: (Abk.: lbs,; Singular: libra; Plural: libras) englisches/amerikanisches Gewichtsmaß. 1 lbs = 0,4536 kg, 1 t = 2205 lbs.

Limit Order: (Limitierter Auftrag) Marktorder mit einer festgelegten Kursgrenze und Laufzeit. Nur bei Erreichen des Limits wird die Order ausgeführt.

Long position: Offene Handelsposition, die durch den Kauf eines Kaufkontraktes entsteht (Käuferposition). Durch das Eingehen einer Long-Position verpflichtet sich ein Marktteilnehmer, zu einem festen Preis an einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft eine bestimmte Menge eines Gutes zu erwerben.

Margin: Ein bestimmter Betrag, der einem Konto als Sicherheitsleistung hinterlegt wird, um die Erfüllung des Kontraktes zu gewährleisten. Teilt sich auf in initial und additional Margin.

Initial Margin: Ersteinschuss; ein bestimmter Betrag an Margin, der von den Marktteilnehmern beim Clearinghouse hinterlegt werden muss, um Futureskontrakte handeln zu können (i.d.R. 5% des Kontraktwertes).

Additional Margin: Tägliche Ausgleichzahlung, die entweder vom Marktteilnehmer bezahlt werden muss oder aber dessen Konto gutgeschrieben wird. Sie ist abhängig von der Preisentwicklung der Kontrakte des Markteilnehmers.

Margin Call: Aufforderung des Clearinghouse, zusätzliche Margingelder auf das Konto zu überweisen.

MATIF (MAT): (Marché à Terme International de France) französische Terminbörse in Paris. Die MATIF bietet Kaffee- und Weißzuckerkontrakte, seit 10/94 den ersten europäischen Rapsterminkontrakt und seit 7/96 einen Weizenterminkontrakt an, seit 2000 zur Euronext gehörend.

Maturity: (Fälligkeit) Zeitraum, während dem ein Terminkontrakt zur Glattstellung mit der effektiven Ware angedient werden kann, z.B. der Zeitraum zwischen dem ersten Tag der Andienungsanzeige und dem letzten Handelstag eines Kontrakts.

Maturity Basis: Differenz zwischen Kassapreis und Futurespreis zum Erfüllungszeitpunkt des Kontraktes. Theoretisch wird die Maturity Basis Null, da sonst Arbitragegewinne möglich sind.

Maximale Preisfluktuation: Der maximale Betrag, um den ein Kontraktpreis während eines Handelstages laut Börsenregeln steigen oder sinken kann. Diese Grenze wird als Schutz vor Überreaktionen des Marktes z.B. bei Katastrophen oder anderen außergewöhnlichen Marktereignissen eingeführt.

Minimale Preisfluktuation: Kleinste mögliche, bzw. zulässige Preisschwankung beim Handel eines bestimmten Kontraktes an einer Börse; als Tick oder Point bezeichnet.

NYBOT: New York Board of Trade, heute ICE Futures U.S.

NYSE: New York Stock Exchange.

NYSE Euronext: Wurde durch die Fusion der Euronext und NYSE im Jahr 2007 gegründet. Seit 2013 Teil der ICE.

Open interest: (Offenes Interesse) Anzahl aller noch nicht glattgestellten Terminkontrakte eines bestimmten Kontraktes. Da es immer nur ebenso viele offene Kaufpositionen wie Verkaufspositionen geben kann, werden entweder nur die gekauften oder die verkauften Kontrakte gezählt, nicht beide. Bei Optionen hat jede Optionsart seine eigene Anzahl ausstehender Kontrakte. Das offene Interesse wird für Puts and Calls getrennt berechnet.

Option: (Amerikanische Option); Ein einseitiger Kontrakt, der dem Käufer das Recht gibt, ihn aber nicht verpflichtet, eine Ware oder einen Futureskontrakt zu einem festgesetzten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen oder zu verkaufen. Der Kontrakt ist deshalb einseitig, weil nur eine Vertragspartei (der Käufer der Option) das Recht hat, Leistung zu verlangen. Falls der Käufer sein Recht ausübt, muß der Verkäufer (Stillhalter) - ungeachtet des gegenwärtigen Marktpreises - zum vereinbarten Basispreis seine Verpflichtung erfüllen. Ein Optionsgeschäft kann daher als "bedingtes" Termingeschäft bezeichnet werden. Zu unterscheiden sind Kaufoptionen (Calls) und Verkaufoptionen (Puts).

Call Option: (Kaufoption) Ein Kontrakt, der dem Käufer das Recht gibt, innerhalb eines bestimmten Zeitraums und zu einem festgesetzten Preis etwas zu erwerben. Der Verkäufer der Kaufoption erhält dafür Geld (die Prämie). Der Kontrakt verpflichtet den Verkäufer zur Lieferung, wenn der Käufer sein Recht zum Kauf ausübt.

Put Option: (Verkaufsoption) Ein Optionskontrakt, der dem Käufer das Recht gibt, etwas zu einem bestimmten Preis innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums etwas zu verkaufen. Eine Verkaufsoption wird gekauft, wenn man glaubt, Preise werden fallen. Der Verkäufer der Verkaufsoption erhält eine Prämie als Entgelt für die Annahme der Verpflichtung, Lieferung anzunehmen, sollte der Käufer sein Recht zum Verkauf ausüben.

Order: (Marktorder) Auftrag zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anzahl von Kontrakten. Die normale Marktorder kann eingeschränkt werden durch Limit Order oder Stop-Loss Order.

PST: Past Settlement Price, der zuletzt (am Vorhandelstag) festgelegte Settlement price.

Settlement Price (S): (Schlusskurs, Fixing Price) Täglich von der Clearingstelle anhand des Kursbereichs der letzten zwei Minuten der Börsensitzung ermittelter Mittelwert. Muss daher nicht mit dem Schlusspreis (Close Price, zuletzt gehandelter Preis) übereinstimmen. Anhand des Settlement Price werden die täglichen Gewinne und Verluste der offenen Futures-Positionen ermittelt.

Sellers Option: Gibt dem Verkäufer das Recht, bei tatsächlicher Erfüllung des Kontraktes unter den möglichen Lieferorten, den genauen Liefertermin innerhalb eines Lieferzeitraums und die Qualität zu wählen. Sie sind jeweils im Kontrakt festgelegt.

Short position: Offene Handelsposition, die durch den Verkauf eines Kontraktes entsteht (Verkäuferposition). Durch das Eingehen einer Short-Position verpflichtet sich ein Marktteilnehmer, zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft eine bestimmte Menge eines Gutes zu einem festgelegten Preis zu liefern.

Spekulanten: Personen, die Risiken eingehen, weil sie mit der Realisierung von Gewinnchancen rechnen. Spekulanten kaufen Kontrakte (verkaufen Kontrakte), wenn sie mit steigenden (fallenden) Preisen rechnen. Der Spekulant übernimmt das Risiko, das der Hedger abwälzen will, und verschafft dem Markt somit die notwendige Liquidität.

Standardisierung: Spezifizierung der Kontraktausgestaltung. In Warenterminkontrakten werden sehr detaillierte Angaben über Qualität, Lieferort und Liefertermin gemacht. Erst die Standardisierung macht die Kontrakte gegeneinander austauschbar, also handelsfähig. Abweichungen von den Kontraktspezifikationen werden bei den meisten Börsen mit einem festen Zu- und Abschlagssystem ausgeglichen. Eine Abweichung vom Proteingehalt von Weizen um beispielsweise 1 % hätte eine bestimmten prozentualen Zu- oder Abschlag zur Folge. Siehe Sellers und Buyers Option.

Stop-loss Order: Marktorder mit einer festgelegten Kursgrenze. Nur bei Erreichen des Kursniveaus wird die Order ausgeführt. Stop-loss Order werden z.B. von Spekulanten eingesetzt, die sich gegen zu hohe Verluste bei ungünstiger Kursentwicklung der im Depot befindlichen Kontrakte absichern wollen.

Termingeschäft: Handelsabschluss, bei dem die Erfüllung bewusst zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft erfolgt. Verbreitete Termingeschäfte sind z.B. Forwardgeschäfte, bei denen Käufer und Verkäufer die spätere Übergabe einer Waren vereinbaren und Qualität, Preis und Lieferort individuell festlegen. Davon zu unterscheiden sind die börsengehandelten Termingeschäfte (Futuresgeschäfte und Optionsgeschäfte), denen standardisierte Kontrakte zugrunde liegen.

Tick: Kleinst mögliche, bzw. zulässige Preisschwankung beim Handel eines bestimmten Kontraktes an einer Börse; s.a. Point bzw. Minimale Preisfluktuation.

Time of (Time to) Maturity: Erfüllungszeitpunkt (Zeit bis zur Fälligkeit) eines Kontraktes.

Trading volume: Summe der an einem Börsentag gehandelten Kontrakte.

USc: US cent, 100 USc = 1 US Dollar.

USD: US Dollar, 1 USD = 100 US cents.

Volatilität: Maß für die Intensität der Preisschwankungen. Mit der Stärke der Volatilität wächst das Preisänderungspotential und dementsprechend die Höhe der geforderten Margin.

Warenterminmarkt: organisierte Börse, an der Verträge abgeschlossen und gehandelt werden. Die Verträge verpflichten den Verkäufer eines Futureskontraktes zu einem zukünftigen Zeitpunkt Waren einer bestimmten Qualität zu einem bestimmten Preis an einen bestimmten Ort zu liefern, und den Käufer, diese Ware zu den gleichen Konditionen und dem gleichen Preis abzunehmen. Terminmärkte enthalten ein spekulatives Element. Die Verkäufer erwarten im Zeitablauf fallende, die Käufer steigende Preise. Terminmärkte gibt es über die agrarischen Rohstoffe hinaus für eine Vielzahl von Gütern sowie für Finanzaktiva, insbesondere Devisen.

WCE: Abk. für die Winnipeg Commodity Exchange, der kanadischen Warenterminbörse für Agrarprodukte in Winnipeg, heute ICE Futures Canada.

WTB (FTM): Abk. für Warenterminbörse, die deutsche Warenterminbörse in Hannover, mittlerweile in die EUREX aufgegangen.